CAS in Klasse 5 – ein Erfahrungsbericht

Es wird eine neue Sichtweise auf den CAS-Rechner-Einsatz entwickelt: Der ClassPad wurde ein Jahr lang als Kontrollinstrument in einer 5. Realschulklasse eingesetzt.

Ein Artikel von Christoph Kost, Werner-von-Siemens-Schule Wiesbaden
– MaLeNe-Koordinator Hessen –



Normalerweise werden Taschenrechner im 8. Schuljahr eingeführt. Der CAS-Rechner allerdings eignet sich in der Funktion als Kontrollinstrument schon in der Jahrgangsstufe 5. Der Rechner wird zu keinem Zeitpunkt als Rechenmaschine genutzt. Kopfrechnen ist Pflicht!

Der Einstieg mit dem ClassPad ist bereits im Mathematikunterricht der 5. Klasse möglich. Die SchülerInnen erstellen vorgegebene Diagramme zunächst im Heft und kontrollieren dann mit dem CAS-Rechner. Diesen Vorgang beschreiben sie in eigenen Worten. Hierdurch fördern Sie insbesondere die mathematische Kommunikation. Diese bleibt sonst im 5. Schuljahr eher oft unberücksichtigt. Nach einer kurzen Einführung in die Tabellenkalkulation können die SchülerInnen sehr schnell diese Funktion nutzen.

Eine Aufgabe, die den Notenspiegel der letzten Mathearbeit berücksichtigt, eignet sich immer! Beim Einbeziehen der Kinder in die Aufgabenstellungen steigt die Motivation zur Bearbeitung.

Die letzte Klassenarbeit lieferte die folgenden Ergebnisse: Stelle das Abschneiden der Klasse grafisch dar!

Weitere Aufgaben könnten wie folgt lauten: Schaue in deine Schultasche und notiere die Anzahl der Hefte, Bücher, Buntstifte und Filzstifte. Stelle die Daten grafisch dar! Überlege dir selbst eine solche Datenerhebung und löse sie in Partnerarbeit mit dem Rechner. Das Arbeiten mit dem CAS-Rechner ist auch im 6. Schuljahr möglich.

Der Einstieg erfolgt mit dem Zeichnen von Dreiecken. Die SchülerInnen zeichnen willkürlich Dreiecke durch das Verschieben von Eckpunkten und das Zeichnen von Strecken. Diesen Vorgang beschreiben sie in eigenen Worten. Sie benennen die Winkelarten, schätzen die Größe der Winkel sowie die Längen der Dreieckseiten und bestimmen anschließend die Maße mit dem ClassPad.

Eine weitere Möglichkeit des Einstiegs sind die geometrischen Abbildungen. Spiegelungen lassen sich mit dem Rechner leicht erzeugen und auch schnell kontrollieren. Mit der folgenden Aufgabe kann man wiederum den technischen Umgang sowie die mathematische Kommunikation fördern.

Zeichne das Dreieck A, B, C mit den Punkten A(-4/-2), B(-1/-1) und C(-2/3) und spiegele es an der y-Achse. Notiere dann die Bildpunkte A‘, B‘ und C‘. Beschreibe hinterher genau, wie du vorgegangen bist.

Die Beschreibung sollte sich hierbei zunächst auf das händische Vorgehen beziehen und dann in zweiter Instanz auf das Arbeiten mit dem Rechner. Hierbei lassen sich auch Zweiergruppen bilden, die sich in den Erklärungen zunächst aufteilen und später ergänzen.

Ebenso wie Spiegelungen lassen sich die Verschiebungen zunächst händisch anfertigen und dann mit dem Rechner kontrollieren. Dies sind alles Möglichkeiten, den ClassPad als Lernwerkzeug einzusetzen und ihn eben nicht primär als Taschenrechner zu verwenden.

Eine weitere Nutzungsmöglichkeit findet sich beim Ausmultiplizieren und Zusammenfassen von Termen. SchülerInnen erhalten die folgende Aufgabenstellung.

Untersuche die Wirkung von „factor“, „simplify“ und „expand“ in folgendem Beispiel. Beschreibe die Veränderung der Terme durch den CAS-Rechner. Dokumentiere die Rechenwege.

Zum wiederholten Male steht die mathematische Kommunikation im Vordergrund. An dieser Stelle lernen die Schüler erstmalig den Taschenrechner als Helfer kennen. Er hilft zunächst beim Zusammenfassen bzw. Zusammenfassen von Termen und ist dann zeitnah wieder das Kontrollinstrument beim Lösen linearer Gleichungen.

Anfänglich wurde von den Eltern fast ausnahmslos sehr negativ über den Einsatz befunden. Aussagen wie z. B. „Mein Kind lernt dann ja nie Kopfrechnen“ oder „Handy, Tablet, PC und jetzt auch noch Taschenrechner-Computer, mein Kind ist ja nur noch mit Technik unterwegs“ wurden mehrfach geäußert. Nach einer ersten ausführlichen Vorstellung bei einem Elternabend besserte sich die Einstellung. Nachdem die Schüler allerdings „erste Schritte“ mit dem Gerät unternommen hatten, waren viele Eltern sehr angetan und freuen sich über die zusätzliche Möglichkeit „Mathematik in 3D“ zu begreifen. Die zusätzliche Möglichkeit, zu jedem Zeitpunkt im eigenen Lerntempo und unmittelbar Lösungen kontrollieren zu können, wurde ebenfalls sehr begrüßt.

Die anfangs beschriebene Klasse kam später ins 7. Schuljahr. SchülerInnen und Eltern fragten nach weiteren Möglichkeiten mit dem ClassPad zu arbeiten. Was kann man sich als Lehrer anderes wünschen als ein interessiertes Publikum.


Dieser Beitrag stammt ursprünglich aus dem Casio Forum 2015/2.


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